Auch China gehörte zu den 48 Mitgliedern der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die die universelle Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 verabschiedeten. In diesen 70 Jahren bildete sie den Rahmen für allgemeingültige Regeln des menschlichen Miteinanders. Allerdings leider nur unverbindlich und dementsprechend groß ist der Graben zwischen Theorie und Praxis. Umstritten und umkämpft sind die 30 Artikel wie eh und je.

Im 21. Jahrhundert geht es aber inzwischen um etwas anderes, tiefgreifenderes. Nicht nur das Bild innerhalb des Rahmens soll ausgewechselt werden, sondern der ganze Rahmen gleich mit. Andere Farben, andere Wirkung, anderer Inhalt. Ein neues Narrativ. Die „umfassende Entwicklung der Menscheit“ ist sein Name.

Seit dem UN-Beitritt 1971 hat China seinen Einfluß in internationalen Organisationen über die letzten vier Jahrzehnte finanziell wie personell stetig ausgebaut und schlüpfte über die Jahre aus einer passiven in eine immer aktivere Rolle, z.B. bei Blauhelmmissionen oder der Eindämmung des menschengemachten Klimawandels. Die schwindende Unterstützung der USA für die Vereinten Nationen hinterlässt auch hier wieder Handlungsspielräume die Peking gerne nutzt, um in Zukunft eine dauerhafte Führungsrolle auf dem internationalen Parkett einzunehmen.

Wie die Zukunft der Menschenrechte aus chinesischer Sicht aussehen soll, beschreibt Chinas Präsident Xi aktuell in einem Grußschreiben an die Teilnehmer einer Tagung in Peking zum 70-jährigen Bestehen der Menschenrechtserklärung. China habe stets die Prinzipien der universellen Menschenrechte mit den Realitäten der Gegenwart verbunden und bleibe einem Pfad zur Entwicklung der Menschenrechte treu, welcher den chinesischen Gegebenheiten entspreche, heißt es in dem Brief.

Mehr zum Thema:

TAGESSPIEGEL: 70 Jahre UN-Menschenrechtserklärung

NZZ: Chinas Blauhelmeinsätze

THEDIPLOMAT: China’s Trojan Horse Human Rights Resolution

FAZ: Einmischung unerwünscht

 

 

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