Liu Cixin – Großmeister der chinesischen Science-Fiction

Die chinesische Regierung sieht sich gern als Soft Power. Die eigenen Werte und Interessen sollen also möglichst konfliktfrei in die Welt getragen werden. Auch man möchte sich dabei gerne auf harmonische Art und Weise präsentieren. Hierbei spielen alte wie neue Medien und kulturelle Exporte eine zunehmend große Rolle. In den letzten Jahren hat die Internationalisierung und der Export chinesischer Kultur in hohem Tempo zugenommen.

Der Künstler Ai Weiwei ist hier im Westen inzwischen sehr bekannt, aber auch viele andere chinesische Künstler und deren Kunst werden auf internationalen Festivals, Messen und Galerien gefeiert und hoch gehandelt.

Und die chinesische Filmindustrie (siehe auch #12) macht sich auch längst daran, die Leinwände der Welt zu erobern.

Für China gibt es noch viele Rekorde zu brechen

„The Wandering Earth“ (2019) (Originaltitel: 流浪地球) lautet der Titel des Films, der mit knapp 50 Millionen US-Dollar Produktionskosten die bisher teuerste Science-Fiction Produktion der Volksrepublik ist. Und die erfolgreichste.

Pünktlich zum chinesischen Neujahr kam der Film Anfang Februar in die dortigen Lichtspielhäuser und wurde schnell zum zweiterfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten (Platz 1: Wolf Warriors 2). Innerhalb kurzer Zeit spielte der Blockbuster über 600 Millionen US-Dollar ein und brach damit fast mehrere Rekorde, wie man auf Wikipedia nachlesen kann.

„The Wandering Earth“ wird es wohl bei uns leider nicht auf die große Kinoleinwand schaffen, da Netflix sich die Filmrechte außerhalb Chinas gesichert hat. Hier ein kurzer Trailer zum Ansehen:

Wer steckt hinter „The Wandering Earth“?

Liebhaber von Science-Fiction Literatur sind mit Namen wie Isaac Asimov, Frank Herbert, Philip K. Dick, oder Dan Simmons bestens vertraut. Erstmals hat sich mit Liu Cixin auch ein Schriftsteller aus dem Reich der Mitte mit seinen atemberaubenden Geschichten in diese erste Riege geschrieben und sämtliche Literaturpreise der Branche gewonnen.

Die Novelle „The Wandering Earth“ veröffentlichte er Liu Cixin bereits 2010. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit der Trisolaris-Trilogie (Im Original: 三体三部曲), ein phantastisches, sich sowohl über mehrere Generationen als auch über Zeit und Raum erstreckendes Epos. Auf Deutsch liegen bisher nur die ersten beiden Teile in Buchform vor, und auch als Hörspiel kann man „Die Drei Sonnen“ – den ersten Teil – kennenlernen.

Prädikat: Besonders wertvoll!

Mehr dazu:

BR: Zündfunk Podcast über chin. Sci-Fi

ZEIT: Interview mit Liu Cixin

HB: Über den chinesischen Kunstmarkt


 

Schreibe einen Kommentar