In seiner diesjährigen Neujahrsansprache rief Staatspräsident Xi Jinping die Menschen in China auf: „Lasst uns den Mut haben, wie ein Reiter aufs Pferd zu steigen und die Peitsche zu schwingen, die Vitalität eines Galopps entfachen, den unhaltbaren Elan eines Pferdes beibehalten, gemeinsam für unsere Träume und unser Glück kämpfen und unsere großartige Vision in wunderschöne Realität umwandeln.“
Deng Hongbo, Botschafter der VR China, Februar 2026
“Chunwan“ – Chinas Neujahrsgala im Staatsfernsehen
Mit einer traditionellen Fernsehgala im Staatsfernsehen läutet China offiziell das Jahr des Feuerpferds ein. Neben dem zelebrieren von nationaler Einheit sind vor allem Roboter auch dieses Jahr nicht mehr wegzudenken.
Die große Neujahrsgala „Chunwan“ ist ein perfekt choreografiertes Programm mit zahlreichen Botschaften. Allen voran: Nationaler Zusammenhalt, Selbstbewusstsein, Tradition und Fortschritt, Wohlstand und Harmonie.
Zu den Höhepunkten des Abends zählt der Auftritt der Roboter. Der Kampfroboter – „武bot“:
Die Roboter sind ein integraler Bestandteil der abendfüllenden Veranstaltung. Sie sind Generationen übergreifend Jedermanns Freund und in China scheinbar schon überall. Humanoider Roboter sind jetzt unter den Menschen und Teil ihres Alltags. So suggerieren es zumindest die Bilder.
Der Abend schreitet mit viel Folklore, Volksmusik und einer fließenden Mischung aus analoger und virtueller Realität voran.
Zur Eröffnung der Gala ertönen Instrumente mit Saiten aus Pferdehaar, vermutlich gespielt von Musikerinnen und Musikern aus der Inneren Mongolei. In der mongolischen Kultur nimmt das Pferd einen besonderen Stellenwert ein. Das Mondneujahr, Tsagaan Sar, wird in der Mongolei übrigens erst am 18. Februar gefeiert.

Zwischen Musik, Tanz und Theater, Drohnen, Robotern und KI-Agenten gab es auch immer wieder Pferde zu sehen.

„Kukuma“ war allerdings nicht darunter.
哭哭马 Kukuma, das traurige Pferd von Yiwu
Aus einem vermeintlich menschlichen Nähfehler heraus entstanden wurde es erst ein Internethit, dann ein Verkaufsschlager. Das traurige Pferd ist für viele ein treffender Ausdruck für das Lebensgefühl der arbeitenden Bevölkerung als Teil der „996“-Arbeitskultur. Von neun Uhr früh bis neun Uhr abends, an sechs Tagen die Woche.
Man kann Kukuma auch als Gegenentwurf zum überdreht fröhlichen Programm der Neujahrsgala mit all seinen Botschaften interpretieren. Das traurige Pferd steht außerdem für eine Facette der hierzulande nicht selten bewundert und als nachahmenswert empfundenen „China-Speed“.
Der „Erfinder“ des traurigen Pferds von Yiwu erhielt eine Prämie für seinen unverhofften Erfolg, wie Weltspiegel berichtet.
ARD: China: Ein trauriges Plüschpferd trifft das Lebensgefühl
Die Neujahrsgala in ganzer Länge:
YOUTUBE: 中央广播电视总台2026年春节联欢晚会 The 2026 CMG Spring Festival Gala
China und die Revolution der Roboter 机器人革命 (#139)
Zitatquelle: Webseite der Botschaft der VR China

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