China & 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

China Menschenrechte

Das glückliche Leben des Volkes ist das größte Menschenrecht.

Xi Jinping, Dezember 2018

China und 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

China gehörte zu den 48 Mitgliedern der Generalversammlung der Vereinten Nationen, welche die universelle Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 verabschiedeten.

In diesen 70 Jahren bildete sie seitdem den Rahmen für allgemeingültige Regeln des menschlichen Miteinanders. Allerdings leider nur unverbindlich. Und dementsprechend groß ist der Graben zwischen Theorie und Praxis. Auch heute bleiben die 30 Artikel der Erklärung der Menschenrechte umstritten und umkämpft wie eh und je.

Im 21. Jahrhundert geht es aber inzwischen noch um etwas anderes, tiefgreifenderes. Nicht nur das Bild innerhalb des Rahmens soll ausgewechselt werden, sondern der ganze Rahmen gleich mit. Andere Farben, andere Wirkung, anderer Inhalt. Es geht um neues, nicht-westliches Narrativ.

Die “umfassende Entwicklung der Menscheit” ist eine der Phrasen, um dieses neue Narrativ zu beschreiben.

Seit dem UN-Beitritt im Jahre 1971 hat die Volksrepublik China ihrem Einfluß in internationalen Organisationen über die letzten fünf Jahrzehnte finanziell wie personell stetig ausgebaut. Im Laufe der Jahre wurde so aus einer passiven eine immer aktivere Rolle, z.B. bei Blauhelmmissionen oder Maßnahmen zur Eindämmung des menschengemachten Klimawandels.

Die schwindende Unterstützung der USA für die Vereinten Nationen, besonders unter der Präsidentschaft von Donald Trump, hat auch hier wieder Handlungsspielräume geschaffen, die Peking gerne nutzt um in Zukunft eine dauerhafte Führungsrolle auf dem internationalen Parkett einzunehmen.

Menschenrechte in neuem Gewand

Wie die Zukunft der Menschenrechte aus chinesischer Sicht aussehen soll, beschreibt Chinas Präsident Xi Jinping in einem Grußschreiben an die Teilnehmer einer Tagung zum 70. Jubiläum der Verfassung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Beijing

China habe stets die Prinzipien der universellen Menschenrechte mit den Realitäten der Gegenwart verbunden und bleibe einem Pfad zur Entwicklung der Menschenrechte treu, welcher den chinesischen Gegebenheiten entspreche, heißt es in dem Brief.

The universal declaration of human rights 10 December 1948

(aktualisiert am 12.02.2022)

Mehr zum Thema:

Siehe auch #31 六四 – 4. Juni (Tiananmen 1989) – Platz des himmlischen Friedens

#31 六四 – 4. Juni (Tiananmen 1989) – Platz des himmlischen Friedens

sowie #51 Xiplomatie, Xinjiang und die China Cables

#51 Xi, Xiplomatie, Xinjiang und die China Cables

TAGESSPIEGEL: 70 Jahre UN-Menschenrechtserklärung

NZZ: Chinas Blauhelmeinsätze

THEDIPLOMAT: China’s Trojan Horse Human Rights Resolution

FAZ: Einmischung unerwünscht


 

close
Sinoskop abonnieren,
keinen neuen Beitrag zu China verpassen & exklusiv „Die Woche im Sinoskop“ erhalten!
Du erhältst etwa 1-2 Emails pro Woche. Die Abmeldung ist jederzeit möglich.
Die gespeicherte E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergereicht, es werden keine weiteren Daten erhoben oder gespeichert. Weitere Informationen zum Datenschutz findest Du in der Datenschutzerklärung.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*